7.11.10 12:08 Alter: 8 yrs

Bürgerverein nimmt Bürgermeister und Fraktionsvorsitzende in die Pflicht

 

Weichen für die Sanierung der Goldkronacher Straße müssen jetzt gestellt werden.

Bindlach Den Bau der Umgehungsstraße am Bindlacher Berg haben die Bindlacher in einem Bürgerentscheid abgelehnt. Viele Bewohner am Berg, immerhin der größte Ortsteil nach dem Hauptort selbst, befürchten nun, dass für lange Zeit erst einmal nichts mehr passiert. „Das glauben wir allerdings nicht.“, sagt Markus Hübsch, Vorsitzender des Bürgervereins Bindlacher Berg.

Der Bürgerverein hat sich nie aktiv in die Diskussion „Umgehungsstraße ja oder nein“ eingemischt. Sein vorrangiges Ziel war schon immer die Sanierung der Goldkronacher Straße, sowie der Zufahrt zum Bindlacher Berg.

Bereits Mitte Juli hat der Bürgerverein den Fraktionsvorsitzenden der im Gemeinderat vertretenen Parteien und Gruppierungen ein Konzeptpapier übergeben, in dem aufgezeigt wird, wie eine Lösung des Verkehrsproblems an der Goldkronacher Straße hätte ausfallen können. Die Kernaussagen dieses Schreiben waren: Bau der Zufahrt zum Bindlacher Berg, wie sie für die Umgehungsstraße geplant war und Sanierung der Goldkronacher Straße (Rückbau der neun Meter breiten Straße, Aufbringung eines geeigneten Teerbelages zur Lärmreduktion, Installation von Gehwegen und Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30km/h). Im Zuge dieser Maßnahmen wären alle Optionen erhalten geblieben, falls es sich in Zukunft herausstellen sollt, dass doch eine Umgehungsstraße von Nöten ist und den Anwohnern der Goldkronacher Straße wäre spürbar geholfen worden. Vorab wurde dieses Konzept mit dem Vorstand der Bergliste besprochen. Da sowohl bei der Bergliste, als auch bei den Fraktionen im Rathaus der Bau der Umgehungsstraße oberste Priorität hatte, wurde dieser Alternativlösung keine weitere Beachtung geschenkt, obwohl die Bergliste unter der Führung vom Vorstand Wolfgang Fischer und Gemeinderat Volker Neisser diese Lösung für durchaus vernünftig hielten.

In der öffentlichen Informationsveranstaltung in der Bärenhalle im Zuge des Ratsbegehrens hatte Bürgermeister Gerald Kolb eingeräumt, dass an der Goldkronacher Straße Handlungsbedarf besteht. Desweiteren stand der Bürgerverein mit den Fraktionsvorsitzenden der CSU, Berthold Just und der SPD/Bergliste, Werner Hereth in Kontakt, die dem Bürgerverein zugesichert hatten, sich, unabhängig vom Ausgang des Bürgerentscheides, für die Bereitstellung von Haushaltsmittel für 2011 einzusetzen.

Selbst von Seiten der CSW, namentlich von Gemeinderat Werner Fuchs und dem Mitinitiator des Bürgerbegehrens gegen die Umgehungsstraße, Werner Prietz, wurde gegenüber dem Bürgerverein erklärt, dass sie die Forderung nach einer dringend notwendigen Sanierung der Goldkronacher Straße unbedingt unterstützen werden, wenn nötig auch mit einem neuen Bürgerentscheid.

Immer wieder wurde von offizieller Seite betont, dass man „mal darüber sprechen wolle“, so Markus Hübsch. „Passiert ist leider wenig. Stattdessen hat man versucht, die Bürger am Berg zu verängstigen und unsinnige Einbahnstraßenregelungen von Goldkronacher Straße und Schneebergstraße ins Spiel gebracht.“ Selbst die oft zitierte Tatsache, dass die Goldkronacher Straße seit 1. Januar 2010 zu einer Kreisstraße mit überörtlicher Verkehrsbedeutung hochgestuft wurde und somit nicht mehr in den Zuständigkeitsbereich der Gemeinde falle, ist falsch, erläutert Wieland Hofmann, 2. Vorsitzender des Bürgervereins. Richtig sei vielmehr, dass es eine schriftliche Vereinbarung zwischen der Gemeinde und dem Landratsamt gibt, in der sich die Gemeinde Bindlach verpflichtet hat, alle Kosten für die Sanierung der Goldkronacher Straße zu tragen. Der Bürgerverein bezweifelt zudem eine überörtliche Bedeutung dieser Dorfstraße. Auch gebe es keine rechtlichen Gründe, die die Hochstufung dieser Straße hätten rechtfertigen können, so Hofmann weiter. Die vielzitierte Notwendigkeit, um an Fördermittel zum Bau der Umgehungsstraße zu gelangen, hält der Bürgerverein für nicht zutreffend.

Der Bürgerverein appelliert daher an alle Beteiligten, zu ihren Aussagen und Versprechungen zu stehen. Noch in diesem Jahr müssen die Weichen für eine Sanierung der Goldkronacher Straße gestellt werden. Der Gemeinderat kann damit signalisieren, dass er nicht vor hat, auf Grund der Wahlschlappe bei seinem Ratsbegehren zu resignieren, sondern weiterhin bemüht ist, sich aktiv für das Wohl all seiner Bürger einzusetzen.

Markus Hübsch dazu. „Nicht die Tatsache, dass die Goldkronacher Straße existiert und unter andrem von LKWs befahren wird, ist das Problem, sondern Ihr Zustand. Bereits vor über zehn Jahren wurde der Umbau dieser Straße im Bebauungsplan Nr. 41 projektiert. Nun ist es an der Zeit, diesen Bebauungsplan auch endlich umzusetzen.“

Der Bürgerverein würde sich in diesem Zuge und gerade zum Wohle der dortigen Anwohner konstruktiv mit einbringen. „Man muss uns nur die Gelegenheit dazu geben.“, so Hübsch.